Am 24. Juni fand unser Besuch des Spielkartenmuseums statt.
Nachfolgend lest ihr den tollen Bericht von Gundi mit Fotos von Martin.
Vielen Dank dafür!
Auch ein brütend heißer Sommertag hielt die Karten-Freunde nicht davon ab in die Geschichte der Spielkarten einzutauchen.
Durch Ankauf der Sammlung von ehemaligen Beständen des Deutschen Spielkartenmuseum in Bielefeld e. V. sowie der Spielkartenfabrik ASS gingen im Jahre 1982 in das Eigentum der Stadt Leinfelden-Echterdingen und des Landes Baden-Württemberg über.
Aus berufenem Munden erfuhren wir von den Anfängen bis in die Jetztzeit die Entwicklung der Spielkarten. (ASS = Altenburger-Stralsunder-Spielkarten).
Es gab viel zum Sehen und Staunen, jedoch Anfassen verboten oder gar zum Spielen. Dazu war auch weder Platz und Zeit. Doch in den Fingern hat es den einen oder anderen von uns schon gekitzelt, die Karten einmal in seinen Händen zu haben.
Eine wahre Schatzkammer in die jahrhundertalte Welt das Kartenspiels bot sich uns und all unsere Fragen wurden während der Führung beantwortet. Die ältesten Spielkarten der Sammlung sind aus der Zeit um 1460. Im Mittelalter gab es ausgebildete Kartenmaler, die zu den Handwerkszünften gehörten. Erst mit der Druckkunst durch Gutenberg wurde das Multiplizieren der Spiele sowie eine weltweite Verbreitung auch für Jedermann möglich.
Denn Würfel aus Elfenbein, Spielkarten aus echtem Silber oder Leder sowie bestickte aus Seide und Brokat, das konnten sich wohl nur die Wohlhabenden leisten.
Das Museum beherbergt die größte öffentlich zugängliche Spielkartensammlung Europas. Spielkarten aus sieben Jahrhunderten und fünf Kontinenten sind in Leinfelden-Echterdingen zusammengetragen.
Porzellan mit Karten-Motiven, Textilien, Druckstöcke gar eine Karten-Reinigungsmaschine erblickten wir.
Das Spielkarten-Museum zeigt sehr informativ alles „Rund um die Spielkarten,
Spielkarten zählen zu den treuesten Begleitern des Menschen. Seit Jahrhunderten verkürzen sie ihm die Zeit, prophezeien mitunter sogar seine Zukunft, verzaubern auch oder lassen uns spielend die Welt erlernen. Alle großen Kulturen kennen den Reiz der Kartenspiele.
Tarocchi, die ältesten überlieferten Spielkarten mit Hand gemalt, prächtig ausgestattet mit Gold- und Silberauflage. Entstanden in Italien im 15. Jahrhundert sind die Urform der heute bekannten Tarocke. Über ihre Bilder erhellt sich ihr historischer Hintergrund und manche dieser Spielkarten geben neuerdings die Geheimnisse ihrer Entstehungsgeschichte preis. Das Spielkartenmuseum bewahrt mit den Goldschmidt-Karten neun dieser wertvollen Kulturschätze auf.
Durch Ankauf der Sammlung von ehemaligen Beständen des Deutschen Spielkartenmuseum in Bielefeld e. V. sowie der Spielkartenfabrik ASS gingen diese im Jahre 1982 in das Eigentum der Stadt Leinfelden-Echterdingen und des Landes Baden-Württemberg über.
Selbst Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg soll wohl zu seiner Studentenzeit mit seinen Kommilitonen gerne Gaigel/Binokel gespielt haben.
Die Aussage „Du spielst nicht die Karten, sondern den Gegner“ ist ein bekanntes Zitat, das oft mit dem Kartenspiel Poker in Verbindung gebracht wird. Es stammt vermutlich von dem Poker-Experten Doyle Brunson. In Poker geht es nicht nur darum, die eigenen Karten zu bewerten, sondern auch darum, die Karten und das Spielverhalten des Gegners einzuschätzen.
In einem allgemeineren Kontext bedeutet die Aussage, dass es im Spiel oft wichtiger ist, die Reaktionen und Strategien des Gegners zu verstehen und darauf einzugehen, als nur die eigenen Mittel zu betrachten. Dies gilt nicht nur für Spiele, sondern auch für Verhandlungen, Diskussionen und andere zwischenmenschliche Interaktionen.
Mit einer Weisheit von Arthur Schopenhauer beende ich nun meine Zeilen:
„Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen“ von Arthur Schopenhauer.
Gundi Liebehenschel, die Canastaliebhaberin












Fotos von: Martin Benedikt und Gundi Liebehenschel. Kollagen: Gundi Li.
