Am 25. Juli fand unser Besuch in der Villa Reitzenstein statt.
Nachfolgend lest ihr den tollen Bericht von Gundi mit Fotos von Ruth, Anja, Martin und Gundi.
Vielen Dank dafür!
Vom Witwensitz zum Regierungssitz – Die Villa Reitzenstein
So der Titel eines Buches und den Werdegang, wie es dazu kam erlebten 23 Teilnehmer von „Machen-wir-was“, die das Glück hatten eine sehr informative Führung mit Stephan Pohl zu erleben.
Das prächtige Gebäude in Stuttgarter Halbhöhenlage (Gänsheide am Hang des Bopsers) ist der Amtssitz des Ministerpräsidenten und zugleich Sitz der Landesregierung und des Staatsministeriums von Baden-Württemberg. Der derzeitige Landesvater Winfried Kretschmann war zwar selbst nicht anwesend, das war jedoch nicht tragisch.
Die Villa Reitzenstein ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein bedeutendes kulturelles Erbe Stuttgarts. Mit ihrer reichen Geschichte und ihrem einzigartigen Charakter dient sie als Symbol für die kulturelle Vielfalt und den historischen Reichtum der Stadt.
Der Rundgang durch Architektur und Geschichte zog uns in ihren Bann. Gleich beim Eintritt ins Foyer. Das Fußbodenmosaik aus italienischem Marmor mit den vier Löwen, Pferden, Raubkatzen und von Hunden gezogen zeigt antike Gespanne . Eine repräsentative Treppe führt zu Porträts des Gründerpaars Helene und Carl von Reitzenstein sowie zur Büste des ehemaligen württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz.
Entlang der Porträts der Ministerpräsidenten Maier, Müller, Kiesinger, Filbinger, Späth, Teufel, Oettinger, Mappus ging es in den Blauen Salon der einst der Musiksaal der Freifrau von Reitzenstein war. Hier richteten sich alle Blicke auf den Kristallleuchter aus Murano. Da fragte sich so mancher, wie überstand er den Transport nach Stuttgart? Das konnte Stephan Pohl aufklären: „Alles in Butter“! Heute würde man sagen, welch Verschwendung.
Der einstige Speisesaal fungiert heute für Gesprächsrunden, Konferenzen und Empfänge. Hier sahen wir Fotografien der kostbaren flämischen Gobelins mit Motiven der vier Jahreszeiten. Die Originale wurde 1925 anlässlich des Besuches des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg von der damaligen württembergischen Staatsregierung für diesen Raum erworben. Im Runden Saal , in welchem der Ministerpräsident Persönlichkeiten des öffentlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens empfängt. Sowie verdiente Bürgerinnen und Bürger mit staatlichen Titeln, Orden und Ehrungen auszeichnet. Ein Denkmal im Denkmal ist ohne Zweifel die prachtvolle Bibliothek, die von mehreren Staats- und Ministerpräsidenten als Amtszimmer genutzt wird.
Die „Herzkammer ist natürlich der Kabinettssaal. Hier stand einst der Billardtisch der Freifrau von Reitzenstein. Am ovalen Tisch finden nun wöchentliche Kabinettssitzungen statt. Der ehemalige Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger bezeichnete den Kabinettssaal völlig zutreffend als „Herzkammer“ der baden-württembergischen Landespolitik!
Seit 1952 ist die Villa Reitzenstein Amtssitz des Ministerpräsidenten und Sitz des Staatsministeriums Baden-Württemberg. Es ist nicht unbedingt selbstverständlich, dass der Regierungssitz des Landes Baden-Württemberg sich für die Menschen öffnet. Gut vorstellbar, dass es auch im Sinne der Familie von Reitzenstein gewesen sein mag, dass dieser Ort des Arbeitens, des Regierungshandelns und der Repräsentation genutzt wird.
Danke zum Schluss nochmals an Stephan Pohl, der uns an seinem enormen Wissen über die Villa Reitzenstein von ihren Anfängen bis zum heutigen Tage teilhaben ließ.



















Text und Fotokollagen von Gundi Liebehenschel
(Fotos von Ruth, Anja, Martin und Gundi)
